
Köln: Anklage nach verunreinigter Zuckerlösung in Apotheke
Der Fall hat im September letzten Jahres viele geschockt: eine Frau und ihr per Notkaiserschnitt geborenes Kind waren durch eine verunreinigte Zuckerlösung gestorben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen eine Apothekerin aus Köln erhoben, unter anderem wegen versuchten Mordes durch Unterlassen. Ob es tatsächlich zur Verhandlung kommt, steht noch nicht fest.
Veröffentlicht: Dienstag, 08.09.2020 07:00
Die Anklage wirft der 50-Jährigen Apothekerin vor, nicht sauber gearbeitet zu haben. Dadurch geriet das örtlich wirkende Betäubungsmittel Lidocain in die Glukosemischung. Einer Patientin einer gynäkologischen Praxis fiel der bittere Geschmack auf, sie trank die Lösung nicht. Die zweite Patientin wurde nach der Einnahme bewusstlos. Ihr ungeborenes Kind wurde per Notkaiserschnitt geholt. Es verstarb ebenso wie seine 28-Jährige Mutter. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die angeklagte Apothekerin schnell von der Art der Vergiftung wusste, dies dem behandelnden Krankenhaus aber nicht mitteilte und den Tod der Frau damit billigend in Kauf nahm. Drei Apotheken waren im September letzten Jahres wegen des Vorfalls vorsichtshalber geschlossen worden. Sie durften erst Tage später wieder aufmachen.