
Kerpen: Politischer Streit um künftige Stadtspitze
Dezernenten statt Beigeordnete – so wollte Bürgermeister Dieter Spürck das Personalproblem an der Verwaltungsspitze der Stadt Kerpen in den Griff bekommen. Daraus wird aber nichts: der Stadtrat hat mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linke, UWG und BBK dieses Modell abgelehnt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 06.04.2022 13:47
Damit ist klar: die Stadt Kerpen muss weiterhin zwei geeignete Bewerber für die Posten des technischen und des Ersten Beigeordneten suchen. Das wollte Bürgermeister Spürck verhindern. Aus seiner Sicht wäre die Dezernenten-Lösung kostengünstiger gewesen: er spricht von Einsparungen von rund 150.000 Euro im Jahr. Das bezweifeln SPD, Grüne, Linke, UWG und BBK: die SPD spricht sogar von einem kostspieligem Experiment. Außerdem machen sich CDU und SPD gegenseitig schwere Vorwürfe. Die CDU spricht von Ränkespielen und wirft SPD, Grünen und Linke vor, dass es ihnen nicht um die Sache geht, sondern darum, den Bürgermeister zu schwächen und die eigenen Leute an die Verwaltungsspitze zu bringen. Die SPD kontert, dass die CDU bereit war, das Experiment zu wagen, um vom Totalversagen des Bürgermeisters abzulenken. Zum Hintergrund: in der Stadt Kerpen sind zum Teil schon seit Jahren Beigeordneten-Stellen nicht besetzt, weil es immer wieder Probleme bei der Besetzung der Posten gegeben hat. Mittlerweile sei auch die Resonanz auf Ausschreibungen eher mager, heißt es.