
Hürth: Stadtwerke rüsten Kanalnetz für Starkregen auf
Für Donnerstag ist neuer Regen angekündigt – dabei läuft in Hürth noch die Aufarbeitung des Starkregens am Montag. Die Feuerwehr musste hundert Einsätze abarbeiten, vor allem vollgelaufene Keller und Tiefgaragen leer pumpen. Gut 29 Liter je Quadratmeter kamen in einer halben Stunde runter – offenbar zu viel für die Kanäle, kritisieren viele Hürther.
Veröffentlicht: Mittwoch, 18.05.2022 09:03
Die Stadtwerke erklären, dass das Kanalnetz für intensiven Regen der Stufe 5 ausgelegt ist. Das passiert alle 30 Jahre. Das Unwetter von Montag wird der Stufe 8 zugeordnet – und sollte sich damit in den nächsten 100 Jahren nicht wiederholen. Hinzu kam, dass die trockenen Böden das Wasser nicht aufnehmen konnten. Statt wie bei normaler Witterung zu versickern, ist das Wasser von Gärten und Feldern auf die Straßen geströmt und auf volle Kanäle getroffen. Genau das hat auch zu den Problemen am Hürther Bogen geführt: hier sind Tiefgaragen und ein Kindergarten vollgelaufen. Das der Bereich in einer Senke liegt, hat die Situation zusätzlich verschärft: die Wassermassen seien über die Gullis hinweg geflossen und nicht im Kanal gelandet, heißt es von den Stadtwerken.
Sie investieren pro Jahr bis zu acht Millionen Euro, um das Kanalnetz den sich ändernden Bedingungen anzupassen. Das Netz ist allerdings über 230 Kilometer lang, entsprechend viel Zeit benötigen die Arbeiten. Je nach Aufgabe haben die Rohre bis zu 3,60m Durchmesser, teilten die Stadtwerke auf Anfrage mit. Wenn zum Beispiel die Luxemburger Straße in Hermülheim Ende 2024 verbreitert wird, dann kommen auch neue Rohre mit bis zu zwei Metern Durchmesser. Zusätzlich sind weitere Regenrückhaltebecken geplant.
Aber die Stadtwerke bittet auch die Hürther um Mithilfe. Wenn Gehwege und Nebenstraßen regelmäßig gefegt und so von Laub befreit werden, landen die Blätter beim nächsten Guss nicht in den Auffangkörben der Gullis und verhindern dort den Abfluss, erinnern die Stadtwerke.