
Hürth: Ein Hürther engagiert sich für "Out in Church"
Die Diskriminierung von queeren Menschen innerhalb der katholischen Kirche muss ein Ende haben. Das fordert die Initiative „Out in Church“, mit der sich in den letzten Tagen insgesamt 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche als queer geoutet haben. Einer von ihnen ist auch der Hürther Thomas Spinrath.
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.01.2022 13:47
Er selbst engagiert sich ehrenamtlich als Jugendleiter in der Kirche und will jetzt ein Zeichen für sexuelle Vielfalt innerhalb der katholischen Kirche setzen. "Ich will mich auflehnen gegen ein System der Angst und Unterdrückung." sagt Spinrath. Er möchte Verantwortung für Kinder und Jugendliche übernehmen, sodass sie Kirche als einen Ort der Freiheit erleben können. Erst im vergangenen März hatte der Vatikan dagegen noch einmal klargestellt, dass speziell homosexuelle Partnerschaften nicht den Plänen Gottes entsprächen. Die Initiatoren von „Out in Church“ fordern dagegen eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts, so dass die sexuelle Orientierung oder die geschlechtliche Identität kein Kündigungsgrund mehr sein können. Außerdem dürfe die Kirche queeren Menschen nicht mehr den Zugang zu Sakramenten oder bestimmten Berufen innerhalb der Kirche verweigern.
Lob für die Initiative kam von der deutschen Bischofskonferenz: "Ich möchte das im Namen der Deutschen Bischofskonferenz begrüßen als ein Zeichen dafür, dass wir daran arbeiten, dass ein solches Klima der Angstfreiheit in unserer Kirche herrschen muss und entstehen muss", sagte der Aachener Bischof Helmut Dieser am Rande von Beratungen des Ständigen Rates der Bischofskonferenz in Würzburg. Niemand dürfe wegen seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert, abgewertet oder kriminalisiert werden. "Wir haben ein Menschenbild, das uns sagt, dass die Person unbedingt von Gott geliebt ist."