
Hambi wird als Wildnisentwicklungsgebiet unter Naturschutz gestellt
Der Hambacher Forst, Symbol für den Widerstand gegen die Braunkohle, soll jetzt Urwald werden. Dafür wird er unter Schutz gestellt, das hat das NRW-Umweltministerium mitgeteilt. Landesregierung, Kommunen, Naturschutz und Landwirtschaft haben sich mit dem Eigentümer, dem Energiekonzern RWE, auf entsprechende Eckpunkte geeinigt. Jetzt wurde eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die den Hambi zu einem Wildnisentwicklungsgebiet macht. Heißt: Kleine Waldstücke direkt am Tagebaurand werden sich selbst überlassen, damit sie sich ungestört entwickeln können. Das Gebiet wird dafür unter Naturschutz gestellt und soll später in öffentliches Eigentum überführt werden. Außerdem ist geplant, den Hambacher Wald durch neue Waldkorridore mit benachbarten Waldflächen zu verbinden. Bis Ende 2026 sollen die Eckpunkte konkretisiert und in einem verbindlichen Vertrag festgehalten werden.
Eigentlich sollte der Hambacher Forst bereits vor Jahren gerodet werden, um Platz für den Tagebau zu machen. Allerdings hatten Aktivisten dort immer wieder Baumhäuser errichtet, den Forst unter dem Motto „Hambi bleibt“ besetzt und für den Erhalt des Wäldchens protestiert. Es kam immer wieder zu großen Räumungsaktionen durch die Polizei.
BUND begrüßt Pläne
Der BUND in Nordrhein-Westfalen begrüßt die unterzeichnete Verständigung zum Schutz des Hambacher Waldes. Die gemeinsam von Land, Region, RWE Power und BUND erarbeiteten Empfehlungen zur Waldvernetzung und zum dauerhaften Erhalt des Waldes seien ein wichtiger Schritt für die Region, heißt es. Gleichzeitig fordert der BUND eine zügige Umsetzung und verweist auf offene Fragen. BUND-Landesvorsitzender Holger Sticht sagt, mit der Erklärung bestehe die Chance, die ökologische Wiederbelebung der durch die Tagebaue geprägten Region voranzubringen. Der Vorschlag, den Hambacher Wald als Wildnisentwicklungsgebiet zu sichern, sei auf breite Zustimmung gestoßen. Jetzt gehe es darum, die Empfehlungen schnell umzusetzen.
