
Erftstadt: Kein Kiesabbau mehr in der Grube in Blessem
Auf diese Nachricht haben viele Menschen in Blessem seit fast neun Monaten gewartet. Die Kiesgrube wird die Produktion nicht wieder aufnehmen, sondern stillgelegt. Das haben die Stadt Erftstadt, der Rhein-Erft-Kreis sowie Eigentümer und Betreiber am Freitagmorgen bekanntgegeben.
Veröffentlicht: Freitag, 08.04.2022 07:15
Der Betrieb ruht seit der Flutkatastrophe vom Sommer. Damals war Wasser in die Grube gelaufen. Daraufhin war die Kante abgerutscht und hatte Häuser mit sich gerissen. Viele Blessemer haben seitdem Angst, dass sich das Unglück beim nächsten Starkregen wiederholt und die Stilllegung gefordert. Mit Erfolg: der Betreiber will jetzt seine Pläne für die Zukunft des Geländes bei den Behörden einreichen.
Der sogenannte Altbereich - das ist der Blessem zugewandte Betriebsteil mit Absetzbecken - soll nach und nach mit unbelastetem Bodenaushub verfüllt werden. Auf diese Weise wird er Teil der umfangreichen, vom Erftverband konzipierten Sekundäraue nördlich von Blessem, die eines Tages als Überflutungsgebiet dienen soll und damit Teil des Hochwasserschutzes sein wird. Die Böschung im früheren Gewinnungsbereich der Kiesgrube wird abgesichert und ebenfalls mit Bodenaushub abgeflacht. In der entstehenden Mulde soll ein Restsee angelegt werden. Mit diesem Konzept wird der ursprünglich geplante See kleiner und rückt weiter von der Ortschaft weg. Der Hochwasserschutz der Kiesgrube soll so gestaltet werden, wie es die noch laufenden Untersuchungen ergeben werden.