
Erftstadt: 150.000 Euro vom Land für Carl-Schurz-Projekt
Carl Schurz war rheinischer Revolutionär und sogar Innenminister der Vereinigten Staaten von Amerika, und er stammt aus Erftstadt-Liblar. Um an ihn zu erinnern und einer breiteren Öffentlichkeit erlebbar zu machen, gibt es jetzt Geld vom Land NRW.
Veröffentlicht: Donnerstag, 03.03.2022 16:22
Mit knapp 150.000 Euro unterstützt das Heimatministerium ein Projekt des Carl-Schurz-Kreises in Erftstadt. Dabei sollen unter anderem Bilder und Dokumente digitalisiert und in allgemeinverständlicher Form historisch eingeordnet und auf digitalen Informationsplattformen veröffentlicht werden. Außerdem sind eine bebilderte Schurz-Biografie und Schulprojekte geplant. Die Gesamtkosten liegen bei rund 160.000 Euro, 90 Prozent übernimmt das Land.
Carl Schurz: Vom Revolutionär zum Innenminister der USA
Als Bonner Student der Philologie und Geschichte zählte Schurz 1848 zu den militanten Kämpfern für eine demokratische Revolution im Rheinland, in der Pfalz und in Baden. 1849 wurde er in der Festung Rastatt von den Preußen eingeschlossen, entging dort nur knapp seiner Verhaftung, indem er durch einen Abwasserkanal entkam und in die Schweiz floh. Später befreite er seinen politischen Weggefährten Gottfried Kinkel auf abenteuerliche Weise aus der Festungshaft in Spandau. Nach Exilstationen in London und Paris gelangte Schurz im Alter von 23 Jahren in die USA und machte dort eine beispiellose politische Karriere: Er arbeitete als Anwalt und Redakteur, engagierte sich in der Republikanischen Partei gegen die Sklaverei, beriet Abraham Lincoln und verhalf diesem zum Sieg bei den Präsidentschaftswahlen 1860. Anschließend wurde Schurz Gesandter der USA in Spanien, kämpfte im amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Nordstaaten, wurde 1869 Senator für Missouri und 1877 schließlich US-Innenminister. Carl Schurz wurde am 2. März 1829 in Liblar geboren und starb am 14. Mai 1906 in New York.