
E-Rezept: Das sollten wir wissen!
Weg von der Zettelwirtschaft, dem Papier- und Abheftewahnsinn: Mit dem E-Rezept, also einem elektronischen Rezept, soll ein bisschen gespart und vereinfacht werden. Die Einführung aber ist eben nicht so einfach – vor allem ist sie sehr technisch.
Veröffentlicht: Dienstag, 15.02.2022 08:51
Wie ist es normalerweise? Wir gehen zu unserem Arzt in die Praxis, werden untersucht und bekommen den rosafarbenen Papierzettel, ein Rezept. Mit dem Rezept marschieren wir dann in die Apotheke und holen uns unsere Medikament x ab. Diese Wege und Ausdrücke könnten in naher Zukunft gespart und ausgedünnt werden. Auf der Seite des Bundesgesundheitsministerium heißt es dazu:
"Wenn Sie beispielsweise die Möglichkeit in Anspruch nehmen, sich per Videosprechstunde ärztlich beraten zu lassen, ist die Möglichkeit zur Ausstellung elektronischer Rezepte unverzichtbar."
Heißt: Wir müssen für das Rezept gar nicht mehr in die Praxis laufen oder eine längere Strecke anfahren. Ein Rezept ließe sich dann auch in einer Online-Apotheke einlösen.
Was ist das E-Rezept und wie löse ich es ein?
Das Rezept wird nicht mehr gedruckt, es wird per Mail oder per Info in einer Rezepte App auf unser Smartphone oder Tablet geschickt. Von der gematik GmbH gibt es dazu schon die App, zum Beispiel im Play Store, die sich "E-Rezept" nennt. Mit den Infos oder den Codes aus der App, einem Barcode oder einem QR-Code, kann ich das E-Rezept in derApotheke einlösen. Man hat aber auch die Möglichkeit das elektronische Rezept in einer Online-Apotheke e
Im Moment ist es aber so, dass E-Rezept noch nicht hundertprozentig marktreif ist, weshalb es bundesweit noch Testphasen gibt. Das Bundesgesundheitsministerium habe Bedenken, ob "angesichts noch laufender Feldtests und nicht hinreichender Erprobung der gesamten Prozesskette eine fehlerhafte Ausstellung, Übermittlung, Annahme und Abrechnung von elektronischen Rezepten ab dem 1. Januar 2022 möglich sein wird". Die erforderlichen technischen Systeme – eine Grundvoraussetzung für die verpflichtende Einführung des E-Rezepts – stehen noch nicht flächendeckend zur Verfügung.
Wann kommt das E-Rezept?
Das steht noch nicht fest. Wie oben schon beschrieben, sind einige Pilotprojekte dazu schon gestartet und testen die Technik und die dazugehörende Infrastruktur. Das aber gestaltet sich aktuell als schwierig. Die Gematik, die Nationale Agentur für das Gesundheitswesen ist für die Digitalisierung in diesem Bereich zuständig. Noch scheint das große Ganze noch nicht so ausgereift zu sein, dass das E-Rezept komplett an den Start gehen kann. Die Rede ist immer wieder auch vom Roll-Out. Auch Personal muss diesbezüglich geschult und auf den neuesten Stand gebracht werden. Wenn es dann soweit ist, bekommen wir das E-Rezept vom behandelnden Arzt. Dieser speichert das Rezept nach der Untersuchung vor Ort oder der virtuellen Sprechstunde mit allen wichtigen Informationen ab. Dieses wird dann auf einem bundesweiten Server abgelegt, einer großen Datenbank. Das Rezept kommt dann praktisch in unserer App an und ist abrufbar.
Macht das E-Rezept Sinn?
Darüber lässt sich natürlich streiten. Der Weg bis zur Einführung und die technische Umstellung dauert. Dennoch gibt es Patienten, die regelmäßig, mehrfach im Jahr, ein Rezept benötigen. Jedes Mal mussten sie bislang also in die Praxis fahren und sich den Zettel abholen. Selbst die Sprechstunde dazu könnte virtuell stattfinden. Die Wege in Praxis und in die Apotheke, weil man eben auch die Online-Apotheke nutzen kann, würden dann überflüssig. Für die Patienten, für uns alle, ist die Möglichkeit des E-Rezepts natürlich auch eine Umstellung. Denn um dieses Rezept überhaupt zu bekommen bzw. in einer App zu empfangen und abrufen zu können, braucht es ein Smartphone oder ein Tablet. Wer diese technische Hürde nicht erfüllen kann oder möchte, der bekommt auch weiterhin noch eine Art Rezept-Zettel, der mit einem Code für die Apotheke versehen ist.