
Alle drei haben keine Symptome, heißt es. Betroffen sind zwei Spieler und ein Physiotherapeut. Man wolle aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Betroffenen keine Namen nennen, so der FC. Der Trainingsbetrieb soll trotz der positiven Testergebnisse wie geplant weiterlaufen.
Kritik am Vorgehen
Dafür kritisiert der Kölner SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach den 1. FC Köln. Lauterbach schrieb bei Twitter: Wer mit Covid-19 trainiert, riskiert Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Ihn wundere, dass Spieler das mit sich machen lassen. Lauterbach hatte zuletzt mehrfach die Lockerungsmaßnahmen und die geplante Wiederaufnahme der Bundesliga kritisiert.
Auch der FC-Profi Birger Verstraete hält die Maßnahmen nach den positiven Corona-Tests für leichtsinnig. Der Belgier sagte einem belgischen Privatfernsehsender, es sei ein bisschen bizarr, dass sie vorerst nicht unter Quarantäne gestellt werden sollen. Der Physiotherapeut haben ihn wochenlang behandelt, mit den beiden Spielern habe er vor Kurzem im Fitnessstudio trainiert. Der 26-Jährige rechnet deshalb mit weiteren Infektionen. Die drei Betroffenen waren in Abstimmung mit dem Kölner Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt worden, der Rest des Teams setzt das Training wie bisher in Kleingruppen fort. Das ist auch im medizinischen Konzept der Deutschen Fußball Liga für den Neustart der Bundesliga so vorgesehen. Die Proficlubs hoffen darauf, noch in diesem Monat wieder spielen zu können.
Verein weist Vorwürfe der Sonderbehandlung zurück
Vor allem in sozialen Netzwerken wird der FC für sein Vorgehen kritisiert. Dem Verein wird vorgeworfen, eine Sonderregelung zu bekommen. Die Kritiker spielen damit auf die Tatsache an, dass nur die betroffenen Personen in Quarantäne gehen. Die anderen Teammitglieder setzten das Training fort. In einem Interview auf der Homepage des FC stellt der Mannschaftsarzt Paul Klein klar, dass es keine Sonderregelung gebe. Auch in anderen Branchen müssen demnach nur "all jene Menschen ebenfalls in Quarantäne, bei denen ein höheres Infektionsrisiko besteht, weil sie beispielsweise im selben Haushalt wie die Infizierten leben oder in direkten Kontakt zu Körperflüssigkeiten des Betroffenen gekommen sein könnten, etwa in einem mindestens 15-minütigen, direkten Gespräch ohne Mindestabstand. Solche Menschen müssen, um die Infektionsketten zu unterbrechen, auch in Quarantäne gehen." Beim FC werde seit dem 6. April 2020 aber nur in festen Kleingruppen mit Mindestabstand trainiert. Auch würden die weiteren Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten. Dadurch gebe es kein erhöhtes Ansteckungsrisiko beim Training, so der Mediziner. Deshalb auch keine kollektive Quarantäne.