
Corona-Booster: Macht eine vierte Impfung Sinn?
Die Corona-Zahlen und Inzidenzen im Rhein-Erft-Kreis klettern auf Rekordwerte. Und das, obwohl viele Menschen doppelt geimpft oder sogar schon geboostert sind. Manche Experten sagen deshalb: Die vierte Impfung muss her. Aber macht eine vierte Impfung wirklich Sinn und was gilt es zu beachten? Ein Überblick!
Veröffentlicht: Donnerstag, 03.02.2022 12:24
Anfang Februar kommt sie dann doch: Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine vierte Corona-Impfung bzw. eine zweite Booster-Spritze. Denn die letzten Wochen und die Omikron-Variante haben gezeigt: Trotz doppelter Impfung und Booster schießen die Infektionszahlen überall wieder nach oben. Die doppelte Impfung macht kaum noch einen Unterschied, was die Ansteckung angeht, also auch Geimpfte Menschen infizieren sich mit Corona. Allerdings: Sie kommen deutlich seltener wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus und die Symptome sind deutlich abgeschwächt und der ein oder andere bemerkt seine Infektion kaum oder gar nicht. Damit wird die Omikron-Variante deutlich besser durch die Impfung abgewehrt. Einen hundertprozentigen Schutz bietet die dritte Impfung also nicht - Und das gilt auch für die vierte Impfung. Das zeigen die Daten aus Israel.
Israel als Vorreiter
Zwar war der BionTech Impfstoff von Pfizer gegen vergangene Corona-Varianten, wie zum Beispiel Delta, sehr wirksam - gegen Omikron wirkt er aber weniger gut. Das zeigen Studien des Sheba Medical Centers aus Israel. Zwar würden vierfach geimpfte Menschen deutlich mehr Antikörper gegen das Virus besitzen, trotzdem infizieren sich viele von ihnen mit Omikron. Allerdings mit deutlich weniger schlimmen Folgen. Eine Durchseuchung, wie sie während der Pandemie immer wieder diskutiert wurde, hätte ohne Impfungen ganz andere Schäden anrichten können.
Zweiter Booster gegen Omikron?
Die Datenlage über eine vierte Impfung und ihre Auswirkungen ist noch sehr dünn. Welcher Wirkstoff hilft am besten gegen Omikron? Was ist, wenn Omikron nicht die letzte Variante war? Hinken die Impfstoffe dem Virus immer einen Schritt hinterher? Experten des Paul-Ehrlich-Instituts rechnen damit, dass im zweiten Quartal 2022 erste klinische Studiendaten zu angepassten Omikron-Impfstoffen vorliegen könnten. Dann sollen angepasste Impfstoffe gegen die verschiedenen und vorherrschenden Varianten auf den Markt kommen und verimpft werden. Wenn die Variantenimpfstoffe so funktionieren, wie die bereits Zugelassenen, dann könnte ein Omikron-Impfstoff schnell freigegeben werden. Virologen und auch das Robert-Koch-Institut ist sich aber einig, dass 2022 bei den Impfungen noch "nachgesteuert" werden muss. Aktuell empfiehlt das RKI und die STIKO eine zweite Auffrischungsimpfung (zweiter Booster) für besonders gefährdete Personengruppen. Also über 70-jährige, Menschen in Pflege und Krankeneinrichtungen, Immunschwache und Pflege und Gesundheitspersonal. Alle Infos zu den Empfehlungen der STIKO und des RKI gibt es HIER!
Kommt die vierte Impfung für alle?
Der Virologe Christian Drosten gab bei einer Pressekonferenz Mitte Januar bekannt, dass eine vierte Impfung mit einem an Omikron angepassten Impfstoff eventuell noch in diesem Jahr für alle nötig sein könnte. "Wir werden möglicherweise ab dem zweiten Quartal große Teile der Bevölkerung, vielleicht sogar alle, noch einmal mit einer Update-Impfung gegen Omikron versehen müssen." Seine Begründung: Die Omikron-Variante unterscheidet sich so stark von den anderen Corona-Varianten, dass sie zu einer anderen gruppe gehöre, als alle anderen. Daher passe der vorhandene Impfstoff nicht mehr. Allerdings sagte Drosten auch, dass man auf Dauer nicht alle paar Monate die gesamte Bevölkerung nachimpfen könne. Irgendwann müsse das Virus selbst die Immunität der Menschen immer wieder updaten.
