
Chat-Anleitung für den Bombenbau
Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln hat einer Chat-Gruppe namens „Wölfe des Islamischen Staates Europa“ angehört. Das hat eine BKA-Beamtin am Donnerstagnachmittag vor Gericht ausgesagt. Sie hat die Social-Media-Aktivitäten des Angeklagten untersucht.
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.06.2019 04:15
In anderen Chat-Gruppen sei er über den Bau von Sprengkörpern, Drohnen, Autobomben und Giftgas informiert worden. Der Tunesier steht in Düsseldorf vor Gericht, weil er den ersten Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland vorbereitet haben soll.
Vor dem Staatsschutzsenat beim Oberlandesgericht in Düsseldorf geht heute der Prozess gegen ein terrorverdächtiges Paar aus Köln-Chorweiler weiter. Die mutmaßlichen Rizin-Bomber sollen in ihrer Chorweiler Wohnung einen schweren Terroranschlag mit einem Bio-Kampfstoff vorbereitet haben.
Das Paar wurde im Juni letzten Jahres festgenommen. Am vierten Verhandlungstag werden erneut Beamte des Bundeskriminalamtes Berlin aussagen. Die Aussagen der Staatsschutzermittler sollen vor allem den Ablauf der Durchsuchungen in dem Wohnkomplex an der Osloerstrasse beleuchten. Und außerdem die Hintergründe zum Hauptangeklagten liefern. Der Tunesier soll in seinem Heimatland bereits mehrfach unter Terrorverdacht gestanden haben. Beide Angeklagte schweigen bislang zu den Vorwürfen.
Ehepaar lebte streng nach dem Islam
Die bisherigen Aussagen vor dem Senat zeichnen das Bild eines Paares, das den Islam extrem konservativ auslebt. Er besuchte regelmäßig Moscheen in Nippes und Mülheim, wollte sich dem IS anschließen und gegen die Machthaber in Syrien kämpfen, erklärten BKA-Beamte in ihren Aussagen. Seine Frau konvertierte nach Gewaltexzessen ihres früheren Ehemanns zum Islam, um Halt zu finden, wie Zeugen berichten. Die Frau soll demnach einmal zu ihrem kleinen Sohn gesagt haben, wenn du mal groß bist, dann wirst auch ein Attentäter und kannst dich in die Luft sprengen.