
Brühl: Schüler kämpfen mit Kunst gegen Meerverschmutzung
Mit Kunst auf Plastikmüll im Meer aufmerksam machen, das will ein neues Projekt in Brühl. Ins Leben gerufen hat es der Rotary Club, der von der Stadt unterstützt wird. Rund 7.000 Kinder und Jugendliche an allen 18 Schulen sind aufgerufen, sich kreativ dem Thema Meeresverschmutzung zu nähern.
Veröffentlicht: Freitag, 04.02.2022 13:30
Die Kunstwerke sollen aus sogenannten upcycling-Materialien und gesammeltem Müll entstehen. Der Kunstwettbewerb soll dabei Anlass sein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – auch in anderen Schulfächern oder zu Hause mit der Familie. Diverse Sponsoren stellen ein Preisgeld zur Verfügung, mit dem die Gewinner dann ausgewählte Projekte unterstützen können.
Geförderte Projekte
1. everwave – Aachen
Ein engagiertes Team aus Fachleuten der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Architektur sowie von Meeresliebhabern arbeitet teils in Vollzeit, teils ehrenamtlich an der Idee, den Eintrag von Kunststoffen in die Meere zu reduzieren. Mit Flussplattformen und Müllsammelbooten wird Müll aus Flüssen - auch unter Einsatz Künstlicher Intelligenz - gefördert, bevor er das Meer erreicht, selbst an schwer zugänglichen Stellen. Anschließend wird der Müll analysiert, recycelt und durch mechanische, thermo-chemische und biotechnologische Verfahren zu neuen Produkten verarbeitet. Neben diesen Projekten befasst sich everwave intensiv mit der Umweltbildung. Das Preisgeld könnte in „Plastic Credits“ fließen: Pro Euro wird 1 kg Plastikmüll aus den Gewässern der Welt geholt. Alternativ könnte ein Projekt mit everwave maßgeschneidert werden.
2. Recycle Up! Water-Sachets
Mit dem Verein "Technik ohne Grenzen e.V.“ soll ein Projekt wiederbelebt werden, das durch die Corona-Pandemie leider ins Stocken geraten war: Noch z.B. trinken Schülerinnen und Schüler in Ghana Wasser aus Plastiksäckchen, die nach Gebrauch einfach in die Natur geworfen werden. Durch Aufklärung in den Schulen soll das verhindert werden. Mit Recycle UP Water-Sachets erhalten die Schulen Umweltbildung und lokale Rotary Clubs kümmern sich vor Ort um den Abtransport und die Entsorgung oder Wiederverwertung der Beutel. „Technik ohne Grenzen e.V.“ arbeitet mit End Plastic Soup und Rotary Clubs zusammen, um das Plastikproblem der Wasserbeutel in den Griff zu bekommen. Die Gewinnerinnen und Gewinner könnten eine Schule in Ghana unterstützen und vielleicht sogar auch mit Schülerinnen und Schülern dort freundschaftliche Verbindungen knüpfen.
3. Bye Bye Plastic Bags
Diese NGO wurde von zwei Schülerinnen gegründet und hat erreicht, dass es auf Bali keine Plastiktüten mehr gibt. Bye Bye Plastic Bags ist ein Junior Partner von End Plastic Soup. Die Jugendlichen bauten aus Plastikabfall Sperren gegen Plastikmüll in Bächen. Sie produzierten ein Video, in dem sie zeigen, wie nur mit Hilfe einer Schere aus einem alten T-Shirt eine Einkaufstasche gebastelt werden kann. Und sie haben eine Bildungsbroschüre erstellt, die Schülerinnen und Schülern zur Verfügung gestellt wird. Mit dem Preisgeld könnten weitere Hefte produziert und die Verteilung auf andere Inseln in Indonesien ausgeweitet werden.