
Bergheim: Misshandlung von Behinderten-Verfahren eingestellt
Das Amtsgericht in Bergheim hat das Verfahren um die mutmaßliche Misshandlung von Behinderten eingestellt. Die Beweislage sei sehr schwierig gewesen, sagte ein Gerichtssprecher, deshalb habe man sich auf Geldstrafen geeinigt.
Veröffentlicht: Donnerstag, 14.04.2022 13:53
Die beiden angeklagten Frauen müssen jetzt zwischen 2.000 und 2.400 Euro zahlen. Sie sollen Behinderte in Räumen der REHA-Betriebe Erftland unter anderem gegen ihren Willen eingesperrt haben. Das Problem bei dem Gerichtsverfahren war: Die mutmaßlichen Opfer können sich aufgrund ihrer Behinderung nicht äußern – und andere Zeugen konnte die Staatsanwaltschaft laut dem Gerichtssprecher nicht auftreiben. Denn Kollegen, die das Vorgehen der beiden Frauen mitbekommen haben, wären verpflichtet gewesen, einzuschreiten. Das ist aber offenbar nicht passiert. Deswegen könnten die Betroffenen die Aussage verweigern, um sich selbst zu schützen. UPDATE: Davon hätten die Zeuginnen aber keinen Gebrauch gemacht. Gegenüber Radio Erft teilten sie mit, dass sie zu einer Aussagen bereit gewesen wären. Dazu sei es aber nicht mehr gekommen, da das Verfahren ohne ihre Zeugenaussage abgeschlossen wurde.
Die Vorfälle hatten auch grundsätzliche Missstände in den Reha-Betrieben aufgedeckt und auch die Politiker im Kreis handeln lassen. Denn die Strukturen waren damals so, dass die Behörden generell nur bedingt Einblick in Behindertenwerkstätten hatten.