
Alles Wichtige zu FFP2-Masken im Überblick
Am Dienstag beraten Bund und Länder über die nächsten Schritte im Corona-Lockdown. Im Gespräch ist u.a. eine FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Bereichen wie dem Bahnverkehr und dem Einzelhandel. Der Grund: Die üblichen Mund-Nasen-Bedeckungen reduzieren das Risiko andere durch Tröpfchen und feine Partikel anzustecken. Filtrierte Atemschutzmasken (wie z.B. FFP2-Masken) bieten zusätzlich den Schutz für die Trägerinnen und Träger selbst. Bei der richtigen Anwendung verhindern diese Masken nämlich nicht nur die Tröpfcheninfektion, sondern auch die Verbreitung und Einatmung der Aerosole.
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Auf diesen unsichtbaren Schwebeteilchen (Aerosole) können Viruspartikel stundenlang haften bleiben und eingeatmet werden. Daher ist auch die Ansteckungsgefahr in Innenräumen am größten. Ein neuer Trend ist es daher zwei normale Mund-Nasen-Bedeckungen übereinander zu ziehen. Das ergibt tatsächlich Sinn, denn: Je dicker der Stoff ist und je mehr Stofflagen eine Maske hat, desto weniger Aerosole verbreiten sich.
Durch den zusätzlichen Schutz für die Träger, ist die FFP2-Maske dennoch dieser "Doppel-Maske" vorzuziehen. Es muss hier nur sehr stark darauf geachtet werden, dass die Maske auch richtig sitzt. Sie muss zum Gesicht des Trägers passen und eng anliegen, da sonst ein Großteil der Atemluft ungefiltert an der Maske vorbeiströmt und so keinen zusätzlichen Schutz bietet.
Besonders problematisch ist das bei Bartträgern, weil die Haare wie ein Abstandhalter wirken. Sitzt die Maske nicht richtig kann es sogar passieren, dass sich Trägerinnen und Träger durch den vermeintlich erhöhten Schutz besonders sicher fühlen und Risikokontakte eingehen. Auch mit FFP2-Maske sollte daher auf die Abstandsregeln geachtet werden.
Außerdem kommt es sehr auf die Qualität einer FFP2-Maske an, ob sie auch wie gewünscht funktioniert. Beim Kauf solltet Ihr also unbedingt auf folgende Punkte achten:
- Angabe von Nummer und Jahr der zu Grunde liegenden Norm.
- Mit CE-Kennzeichnung bescheinigt der Hersteller die Einhaltung der europäischen Sicherheitsvorschriften.
- Angaben des Herstellers.
- Die vierstellige Kennnummer gibt Auskunft darüber, welche Prüfstelle die Qualität der FFP2-Masken überwacht. In der NANDO-Datenbank könnt Ihr Euch damit die entsprechende Prüfstelle anzeigen lassen.
- Kennzeichnung NR (not reusable = nicht wiederverwendbar) oder R (reusable = wiederverwendbar).
- Klasse (z.B. FFP2).
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: "FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen"
Laut Robert-Koch-Institut ist gemäß Vorgaben des Arbeitsschutzes die Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, i.d.R. 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause), um die Belastung durch den erhöhten Atemwiderstand zu minimieren.
Der Schutzeffekt der FFP2-Maske ist nur dann umfassend gewährleistet, wenn sie durchgehend und dicht sitzend (d.h. passend zur Gesichtsphysiognomie und abschließend auf der Haut) getragen wird. Bei der Anwendung durch Laien ist ein Eigenschutz über den Effekt eines korrekt getragenen Mund-Nasen-Schutz hinaus daher nicht zwangsläufig gegeben. In den „Empfehlungen der BAuA und des ad-Hoc AK „Covid-19“ des ABAS zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2“ werden FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen.
Die Anwendung durch Laien, insbesondere durch Personen, die einer vulnerablen Personengruppe angehören (z.B. Immunsupprimierte) sollte grundsätzlich nur nach sorgfältiger Abwägung von potentiellem Nutzen und unerwünschten Wirkungen erfolgen. Sie sollte möglichst ärztlich begleitet werden, um über die Handhabung und Risiken aufzuklären, einen korrekten Dichtsitz zu gewährleisten, die für den Träger vertretbare Tragedauer unter Berücksichtigung der Herstellerangaben individuell festzulegen und gesundheitliche Risiken/Folgen zu minimieren.
Quelle: Robert-Koch-Institut
