
Meistens waren Äste abgebrochen oder ganze Bäume umgestürzt und die blockierten Straßen und Schienen. In Erftstadt-Kierdorf hat der Sturm aber zum Beispiel auch Teile einer Photovoltaikanlage vom Dach geweht. In Pulheim-Geyen drohte ein Gerüst an einer Hochspannungstrasse umzustürzen und auf dem Rodderweg in Brühl wurde ein komplettes Flachdach von einem Haus geweht. Die Schäden an Häusern, Autos und Straßen werden wohl in die Millionen gehen. Außerdem gab bei uns auch Verletzte. Zum Beispiel wurde jemand verletzt, als an der Luxemburger Straße in Hürth auf Höhe Knapsack ein Baum auf das Auto fiel.
In Erftstadt-Borr musste die Feuerwehr raus, weil das Dach eines Hauses teilweise abgedeckt und in die Wohnung gestürzt ist. Verletzte wurde dabei niemand. In Friesheim mussten die Einsatzkräfte ein Gerüst abbauen, es drohte umzustürzen. Auf der Güterzugstrecke zwischen Köln und Koblenz krachte in Brühl ein Baum in einen fahrenden Güterzug und fing an zu brennen. Die Feuerwehr schaltete die Stromleitung ab und zerkleinerte den Baum. Die Stadt Wesseling warnte ab dem späten Nachmittag davor sich draußen aufzuhalten und Open-Air-Veranstaltungen besser abzubrechen.
Die Feuerwehr spricht von insgesamt fünf verletzten Bürgern und zwei leicht verletzten Feuerwehrleuten. Insgesamt waren allein bei der Feuerwehr rund 850 Einsatzkräfte unterwegs. Die meisten Einsätze gab es in Hürth und Bergheim mit jeweils über 80, gefolgt von Frechen, Erftstadt und Pulheim. Am ruhigesten war es in Bedburg, dort gab es nur 12 Einsätze.
Auch Köln war stark betroffen
In Köln gab rund 900 Einsätze für Rettungsdienst und Feuerwehr. Am Sonntagabend war die Lage so angespannt, dass die Feuerwehr nicht mehr zu allen Anrufern ausrücken konnte – sie beschränkte sich darauf, Straßen und Gehwege freizuhalten und zu sichern. Rund 380 unerledigte Einsätze sollen im Laufe des Montags abgearbeitet werden. In Ossendorf wurden laut Feuerwehr zwei Menschen von herabstürzenden Ästen verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. In Deutz musste eine Person von der Feuerwehr unter einem umgestürzten Baum befreit werden. Wie schwer die Verletzungen sind, blieb zunächst unklar.
Herabfallende Dachziegel beschädigten außerdem einen Notarztwagen so schwer, dass er nicht mehr einsatzfähig ist. Auch in der Neustadt Nord hatte der Sturm für einen Verletzten gesorgt. Der starke Wind hatte Gase einer undichten Gastherme in die Wohnung eines Mannes gedrückt. Der Mann musste in eine Druckkammer in eine Aachener Spezialklinik gebracht werden.
Bahn-Chaos auch am Montagmorgen
Viele Bahnen haben an diesem Montagmorgen bis zu einer Stunde Verspätung oder fallen komplett aus. So zum Beispiel Züge der RB24 und RE22 über Kierberg und Kalscheuren nach Köln. Die Züge der RE8 und RB38 fahren teilweise gar nicht. Für die Bahnen der RE8 fahren zwischen Grevenbroich und Mönchengladbach 20 Taxis und zwei Busse als Ersatzverkehr. Auch auf den Strecken der S-Bahnen kommt es immer wieder zu Verspätungen und Zugausfällen, weil es an den Strecken Sturmschäden gibt, die noch nicht behoben wurden.
Fußballspiele fielen wegen des Sturm aus
Die Amateurfußballer im Kreis sind auch vom Winde verweht worden. Eigentlich war der erste Rückrundenspieltag angesetzt. Wegen des Sturms mussten aber zum Beispiel die Partien des SC Brühl, der Spielvereinigung Wesseling-Urfeld und auch vom GKSC Hürth und Blau-Weiß Kerpen abgesagt werden. Grund dafür war, dass der Ball durch den Wind nicht liegen blieb oder an den Sporplätzen teilweise Äste runterkamen.