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Vinzenz Geiger
© Daniel Karmann/dpa
Schlusspunkt in Italien: Die Kombination fällt aus dem Programm. (Archivbild)
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Ära endet: Nordische Kombination nicht mehr bei Olympia

Das IOC nimmt die Nordische Kombination nach über 100 Jahren aus dem Olympia-Programm. Dabei hatten insbesondere die Athletinnen darauf gehofft, endlich eingebunden zu werden.

Veröffentlicht: Dienstag, 07.07.2026 14:40

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Entscheidung gefallen

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Lausanne (dpa) - Die Ära der Nordischen Kombination bei Olympia ist nach mehr als 100 Jahren vorerst beendet. Die Sportart zählt für die Winterspiele 2030 in Frankreich nicht mehr zum Wettkampfprogramm, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne mitteilte. Bei den Winterspielen im Februar in Italien waren ausschließlich die Männer startberechtigt.

Die Nordische Kombination sei laut Studien beim Publikum die unbeliebteste Sportart der Winterspiele 2014, 2018, 2022 und 2026 gewesen, begründete das IOC seine Entscheidung. Darüber hinaus konzentriere sich die Sportart zu sehr auf nur wenige Länder. Nur fünf unterschiedliche Nationen hatten bei den vergangenen vier Winterspielen Medaillen gewonnen.

Für die Kombination ist es ein schwerer Schlag. Jahrelang hatten Athletinnen und Athleten sowie die Verbände für einen Verbleib beim wichtigsten Sportereignis der Welt gekämpft. Hätte sich das IOC für einen Erhalt der Sportart im Programm entschieden, wären 2030 wohl auch erstmals die Frauen dabei gewesen.

DOSB-Präsident enttäuscht

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes reagierte enttäuscht. «Zugleich müssen wir anerkennen, dass das IOC das olympische Programm im Sinne zukunftsfester Spiele an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss», sagte Thomas Weikert. Es sei nun umso wichtiger, «gemeinsam mit allen Beteiligten neue Perspektiven für die Nordische Kombination zu schaffen und deren sportliche Zukunft nachhaltig zu sichern».

Seit 1924 im Olympia-Programm

So werden in dreieinhalb Jahren (1. bis 17. Februar 2030) in den französischen Alpen zwar Skispringer und Langläufer dabei sein, aber keine Kombinierer mehr. Gleichzeitig entschied das IOC, den Parallel-Riesenslalom im Snowboard entgegen jüngster Befürchtungen der Sportlerinnen und Sportler im Wettkampfprogramm zu lassen.

Die Kombination war seit der erstmaligen Austragung im Jahr 1924 fester Bestandteil der Winterspiele. Frauen waren in diesen 102 Jahren nie dabei. Es war bis zu diesem Jahr die letzte Sportart der Winterspiele, in der Frauen kein Startrecht haben.

Deutschlands beste Kombiniererin Nathalie Armbruster hatte monatelang für den Erhalt ihrer Sportart und die Hinzunahme der Frauen geworben. Während der Winterspiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo kommentierte sie: «Ich wäre da vor Ort und könnte meinen Kindheitstraum leben - aber ich darf es nicht. Weil ich eine Frau bin.» Bei den nächsten Winterspielen werden auch die Männer nicht mehr dabei sein.

Zuschauerzahlen und Social Media als Gradmesser

Die Gegenargumente waren unter anderem die fehlende Leistungsdichte in der Spitze, die Gewinnerinnen und Gewinner aus den immer gleichen Nationen sowie der noch junge Weltcup. Dieser wurde bei den Frauen erst 2020 und damit 37 Jahre nach den Männern ins Leben gerufen. 

Das IOC sammelte jahrelang Informationen wie TV-Quoten, Zuschauerzahlen, aber auch Reichweiten von Instagram-Postings. «Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, vor denen die Nordische Kombination sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen steht», hatte IOC-Sportdirektor Pierre Ducrey vorab dazu gesagt. Die Auswertung der entscheidenden Daten von den Winterspielen in Italien im Februar gab nun den Ausschlag - gegen die Nordische Kombination.

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© dpa-infocom, dpa:260707-930-348173/3
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Nordische Kombination bei Olympia
© Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Die Zukunft der Kombination ist jetzt ungewiss. (Archivbild)
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